FHIR-kompatibles Telemonitoring-Daten austauschen mit FHIR Station
Telemonitoring-Daten sind keine isolierten Einheiten mehr. Zumindest nicht in Deutschland, wo sie nahtlos zwischen verschiedenenLeistungserbringern und Systemen ausgetauscht werden können.
Möglich wird dies durch das MIO (Medizinische Informationsobjekt) Telemedizinisches Monitoring – ein standardisierter „Baustein“ für medizinische Daten. Dieser Datenstandard stellt sicher, dass Telemonitoring-Daten direkt in die elektronische Patientenakte (ePA) übertragen werden können. Über den MIO-Standard werden in Deutschland alle Daten stets im einheitlichen FHIR-Format übermittelt – unabhängig von Gerät oder App.
Dadurch sind Daten in Echtzeit genau dort verfügbar, wo sie benötigt werden. Ärzte und anderes Pflegepersonal können effizienter arbeiten und auf Grundlage abweichender Ergebnisse bei Bedarf schnell eingreifen. Patienten erhalten eine personalisierte Pflege, während sie sich in ihrer vertrauten Umgebung befinden.
Telemonitoring von Patienten mit Herzinsuffizienz
Eine erste konkrete Anwendung innerhalb des MIO-Konzepts konzentriert sich auf das Telemonitoring von Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz. Diese Versorgungsform ist seit Januar 2022 in Deutschland erstattungsfähig.
Wie sieht der Workflow aus?
- Messung beim Patienten zu Hause:
Patienten messen ihre Vitalwerte mit einem digitalen Blutdruckmessgerät, einer digitalen Waage, einem EKG-Sensor usw. Zusätzlich füllen sie täglich einen Symptomfragebogen per Tablet aus. - Datenübertragung an ein Telemedizinisches Zentrum (TMZ):
Diese Daten werden an ein TMZ gesendet, dass die Werte rund um die Uhr überwacht und gemäß dem MIO-Standard verarbeitet – unabhängig davon, welches Monitoring-Gerät die Daten geliefert hat. - Nachsorge durch den behandelnden Arzt:
Die behandelnden Ärzte erhalten in ihrem eigenen Softwaresystem Warnmeldungen (Alerts), wenn kritische Grenzwerte überschritten werden, sowie eine standardisierte Zusammenfassung der Vitalparameter (Blutdruck, Gewicht, Herzfrequenz etc.). Die Zusammenfassung wird zudem in die ePA-App des Patienten hochgeladen, damit er seine Gesundheitsdaten selbst einsehen kann.
Der FHIR-Standard
In Bezug auf die ePA, die MIOs und die zukünftigen digitalen Versorgungsprozesse hat sich die deutsche Regierung entschieden, den Datenaustausch nach dem internationalen HL7® FHIR®-Standard (Fast Healthcare Interoperability Resources) zu gestalten. FHIR nutzt eine Reihe standardisierter Bausteine, sogenannte „Resources“, um verschiedene Aspekte von Gesundheitsinformationen zu organisieren. Jede Resource verfügt über eine eindeutige Identifikation und ist nach einem gemeinsamen Satz von Datenelementen oder „Attributen“ strukturiert, die quellübergreifend (EHR, App, Gerät…) verwendet werden können.
Wichtige FHIR-Resources beim MIO-Telemonitoring:
| Telemonitoring-Element | FHIR-Resource |
|---|---|
| Blutdruck, Gewicht, EKG (Vitalparameter) | Observation |
| Täglicher Fragebogen | QuestionnaireResponse |
| Warnmeldungen Abweichungen | DetectedIssue |
| Geräte-Informationen | Device |
| Telemonitoring-Berichte (klinische Zusammenfassungen) | DiagnosticReport |
| Überweisung an das TMZ (Überwachungsauftrag) | ServiceRequest |
FHIR-kompatibles Arbeiten mit FHIR Station
Die Herausforderung liegt weniger im HomeMonitoring an sich, sondern in der Interoperabilität zwischen Geräten, Plattformen, Telemedizinischen Zentren (TMZ), Informationssystemen und der ePA.
Die FHIR-basierte Interoperabilitätsplattform FHIR Station hilft genau dabei, diese Lücke zu schließen – sei es beim Telemonitoring von Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz oder bei jeder anderen Krankheitsbild.
Mit FHIR Station erhält Ihre Gesundheitseinrichtung eine zentralisierte, herstellerunabhängige Lösung, um diverse Datenquellen für FHIR-unterstützte Anwendungen und Dienste zu erschließen. Über eine intuitive Benutzeroberfläche legen Sie für jedes Projekt feingranular fest, welche Daten aus welcher Quelle für welche Anwendung freigegeben werden.
FHIR Station stellt sicher, dass Ihre Datenspeicher und Informationssysteme (wie das EHR) mit Daten gespeist werden – egal, aus welcher App oder von welchem Gerät sie stammen. Und Sie können damit auch Daten mit der ePA und dem TMZ austauschen. Sollten diese Daten nicht „FHIR-nativ“ sein, konvertieren wir sie gerne für Sie.
Auf diese Weise hilft Ihnen FHIR Station, Informationen korrekt, verifiziert und ohne Datenredundanz auszutauschen. Damit schaffen Sie das Fundament für eine moderne, sektorenübergreifende Gesundheitsversorgung.
Ihr Telemonitoring-Projekt „on FHIR“?
Die digitale Transformation der deutschen Krankenhauslandschaft schreitet schneller voran als je zuvor. Angetrieben durch den Krankenhaustransformationsfonds (KHTF) und den Europäischen Raum für Gesundheitsdaten (EHDS) ist der FHIR-Standard kein Zukunftstrend mehr, sondern eine unmittelbare Notwendigkeit.
Denken Sie darüber nach, eine zukunftssichere, auf die KHTF-Anforderungen zugeschnittene Interoperabilitätsstrategie aufzubauen? Möchten Sie ein Telemonitoring-Projekt aufsetzen, und technisch sowie organisatorisch gut vorbereitet an den Start gehen? Lassen Sie uns im Rahmen eines Proof of Concept (POC) einen konkreten Use Case erarbeiten – vollständig MIO- und FHIR-konform, mit nahtlosem Datenfluss in das klinische Informationssystem und/oder das ePA-Gateway.




